manche medizinische notwendigkeiten sind mittelfristig planbar. und deshalb wissen wir heute schon, dass wir am kommenden wochende (sa. & so.) anstatt der »enthandung in spokane« nunmehr die »grönhölm-methode« spielen werden. dazu später mehr.
in der nähe von paris hat ein mathematiklehrer seinen mehrheitlich elfjährigen schülern in der letzten stunde vor den ferien einen horrorfilm gezeigt. jetzt steckt der teufel allerdings im detail. während spiegel online von »saw« berichtet, meinte swr und deutschlandfunk, es habe sich um das »texas chainsaw massacre« gehandelt, und zwar die 1974er version von tobe hooper. sollte letzteres der wahrheit entsprechen, dann möchte ich eine lanze für den pädagogen brechen, der jetzt vermutlich allerhand ärger am hals hat.
das theaterln führt zu der berufskrankheit, dass man nach inneren beweggründen forscht, so etwas wie psychologische neugierde ohne empathie… oder motivsuche... was mag den mathematischen pädagogen innerlich gedungen haben, seine raren dvd-sammlerstücke an präpubertierende zu verschwenden? hat er ernsthaft gedacht, das bliebe ohne folgen? oder war es ihm einerlei? wie böse müssen die kinder aus der nähe von paris sein, dass ihr mathematiklehrer seine pensionsansprüche an eine solche filmvorführung dreingibt, allein um denen eins hineinzuwürgen? oder es war eine art reformpädagogischer ansatz. holt die kundschaft da ab, wo sie ohnehin schon weilt; so ein »body count« ist doch nichts anderes als rechnen mit ganzen zahlen. addition. oder, je nach blickwinkel substraktion. durch die säge kommt dann die bruchrechnung ins spiel…
ich war zwar schon 14 als ich diesen streifen gesehen habe, ahnte aber damals schon zurecht, dass es sich um einen meilenstein des genre-kinos handelt. die suggestiven mittel sind bahnbrechend, der schmutz, aus dem der film seine kraft zieht, mit händen zu greifen (vgl. django). kurz, der trash hatte eine neue dimension. vermutlich ist der film deshalb für viele jahrzehnte in den staatsanwaltlichen giftschrank gewandert, weil er so wichtig war. in meiner oberschwäbischen bildungsanstalt hingegen haben wir statt filmkunst insgesamt fünf mal während verschiedener klassenstufen und auch in den unterschiedlichsten fachbereichen walt disneys »mein freund, das atom« gesehen. das ist unverbrämte nuklear-propaganda, die der schule als 16mm kopie vorlag. ich halte walt disney im nachklapp für pädagogisch verheerender als tobe hooper. erst nach tschernobyl war schluss mit dem atomfreund. bis dahin hatte ich andererseits auch ohne schulische unterstützung sämtliche beiträge aus dem erweiterten kettensägen-genre gesichtet, und zwar aus allen nationen und epochen. ich stehe als telefon-joker zum thema »splatter bis ende der achtziger« zur verfügung. was danach kam, das entzieht sich allerdings meiner kenntnis, weil ich dann erfahren durfte, dass theater noch mehr kawumms hat.
das obige nachlesend wird offensichtlich: die spielzeit ist schon über das vertretbare maß hinaus fortgeschritten, und ich verspreche, das ist der vorletzte sittenwidrige hausbrief vor dem herbst. wir machen diese wochen finis. und dann kommt nur noch der ausblick. drei (überraschung!) ausverkaufte »tschicks« (mi.-fr.). drei mal (neu im programm!) »die grönholm-methode« (22./23./26.), welche zurecht auf lauthalse zustimmung stößt. am donnerstag, den 27. ist die leistungsschau der direktmusik (»das beste der saison«) und im anschluss macht dj »henk the tank« den traditionellen kehraus mit rohem funk&soul&beat&…. wer immer fand, wir haben‘s recht gemacht, der komme zu mittelspäter stunde. und feiere.
»spokane« hätten wir gerne noch gespielt, aber zum ende dieser schon recht langen spielzeit muss bei manchem kollegen der arzt hinzu, damit das zum ende der ferien wieder verheilt ist. ein umstand der andeutet, dass erwerbsarbeit (zumal künstlerische) mit dem grundrecht auf körperliche unversehrtheit kaum vereinbar ist.
angegarte grüße,
diem&team
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mittwoch, 19.6., 20h
tschick, theater nach wolfgang herrndorf (ausverkauft)
donnerstag, 20.6., 20h
tschick, theater nach wolfgang herrndorf (ausverkauft)
freitag, 21.6., 20h
tschick, theater nach wolfgang herrndorf (ausverkauft)
neu!!! samstag, 22.6., 20h
die grönholm-methode, theater von jordi galceran
neu!!! sonntag, 23.6., 20h
die grönholm-methode, theater von jordi galceran
mittwoch, 26.6., 20h
die grönholm-methode, theater von jordi galceran
donnerstag, 27.6., 21h
direktmusik, das beste der saison. anschl. saisonabschlussfeier.
………… sommerpause bis 13.9.13
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