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aktueller hausbrief zum nachlesen ...

liebe freunde der vierten sparte,

es wird kein intelligenter, vor esprit strotzender hausbrief voller neologismen, grammatikalischer kniffe und funkelndem spott. es fehlt mir der fokus. eine neue theatrale großbaustelle ist just die woche eröffnet. und an den jetzt kommenden drei abende ist des kolumnisten eigene bühnenpräsenz gefordert, was auch fokus abzieht. und außerdem habe ich fasching/fasenacht/karnevaleskes im staatsfernsehen gesehen, und war darob derart zerrüttet, dass ich nicht mal die not-aus-taste auf der fernbedienung gefunden habe. es stimmt: lupus est homo homini. thomas hobbes hat recht. es ist unvorstellbar, was der mensch dem menschen antut. und zwar in kollektiven! eine horde maskierte treibt die erosion von werten, geschmack und gutem willen ins finale stadium, und das staatsfernsehen zeigt es millionen.

 

das erfordert von unserer seite mindestens ein statement, wenn nicht mehr. zum beispiel eine durch und durch sinnlose geste. gut, könnt ihr haben. die elenden narren machen ja gerne in dialekt, das können wir auch. kostümieren sowieso. und dabei die ganze niedertracht, boshaftigkeit und gefallsucht ausspielen, die zu gebote steht – kein problem.

 

das ganze heißt dann „waidmannsheil“, eine kleine farce von susanne hinkelbein. da dieses „waidmannsheil“ zwingend schwäbische sprachkompetenz verlangt (s.o.: dialekt), wir aber keine schwaben im ensemble haben, machen das zwei regisseure, nämlich der kollege markus bauer, der in der sparte4 gerade an „thatcher“ arbeitet – und ich. schauspielerinen haben wir auch dabei (kohl, motter), aber die singen vorwiegend. in summa ist das unsere antwort auf fasenacht. da schießen wir drauf. und zwar laut.

 

die jägerei findet aber in einem hochkulturellen kunstzusammenhang statt. unter anleitung des berliner künstlers holger friese sowie von prof. heisig von der hbk saar haben ein knappes dutzend kühner kunststudenten ernst jandls dramatisches gedicht „der raum“ für die sparte4 aufbereitet. breit schmunzelnde konkrete poesie wird zu einem installativen erlebnis, einer performance für beleuchter und musikanten. das hätte dem jandl gefallen.

 

mit dem „raum“ fängt es an, dann kommen die jäger. und dann kommt nochmal ernst jandl, beinahe leibhaftig, und schenkt uns noch sein „parasitäres stück“… also, dieses bizarre paket schnüren wir n u r dreimal (in kalendarischer übereinstimmung mit dem hbk-rundgang). heute, morgen und sonntag. und – achtung – es beginnt jeweils um 21h.

 

nächste woche mittwoch und donnerstag (8. & 9) geht kapitän nemo mit seinem spektakulären unterseeboot auf ganz große fahrt. eingebettet in bewußtseinerweiternde musiknummern erleben nemo und seine unfreiwilligen passagiere einen trip voller wunder und gefahren: „20 000 meilen unter den meeren“.

 

und am samstag (11.) ist konzerttag: „the miserable rich“ aus brigton ist ein kammerquintett (jetzt neu mit schlagwerk) welches beherzten indie-folk auf klassischen streichinstrumenten gibt. aber nee, das ist nicht „klassik trifft pop“ (iiih!), das ist großes tennis. große lieder, große stimme, große arrangements. www.myspace.com/themiserablerich sowie www.themiserablerich.com
das haben sich auch „muskat“ aus köln gesagt und ihre (immensen) fähigkeiten anerboten, um den abend für „the misrable rich“ zu eröffnen. http://www.reverbnation.com/muskatband

 

die woche drauf, wenn dann mit erhöhtem narrenaufkommen auf öffentlichen plätzen zu rechnen ist, sind wir auf der flucht. die sparte4 (und überhaupt das ganze staatstheater) ist dann zu und dunkel. mit grund.

unverkleidete grüße,
diem&team

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freitag, 3.2., 21h(!)    ***premiere***
jandl – der raum & hinkelbein – waidmannsheil & jandl – „parasitäres stück“. installation, performance, szeneische lesung.

samstag, 4.2., 21h(!)   
jandl – der raum & hinkelbein – waidmannsheil & jandl – „parasitäres stück“. installation, performance, szeneische lesung.

sonntag, 5.2., 21h (!)  ***zum letzten mal*** 
jandl – der raum & hinkelbein – waidmannsheil & jandl – „parasitäres stück“. installation, performance, szeneische lesung.

mittwoch, 8.2., 20h       
„20 000 meilen unter den meeren“, theater (mit musik) nach jules verne

donnertstag, 9.2., 20h   
„20 000 meilen unter den meeren“, theater (mit musik) nach jules verne

samstag, 11.2., 21h   
„the miserable rich“ (uk) & „muskat“, konzerte: indie/folk

Rechter Inhaltsbereich

Theater
Sa, 04.02.12, 21:00 Uhr

Theater
So, 05.02.12, 21:00 Uhr

Theater
Mi, 08.02.12, 20:00 Uhr