sparte4 : saarländisches staatstheater
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  sparte 4 : kalender : aktueller hausbrief
 

aktueller hausbrief zum nachlesen ...

liebe freunde der vierten sparte,

wieder anfangen ist noch viel schwerer als überhaupt anfangen. weil sich beständig und schon im vorfeld das gefühl einschleicht, wenn ich noch nichts vergessen habe, dann wird das sicher gleich passieren, und danach schon wieder (nur noch post-its, wo früher grips war…) und wie steigt man ein? mit einer besinnlichen rückschau? auf feuer in russland und wasser in pakistan? oder auf sitzengebliebene schulreformen? oder publizistische landminen gegen kulturelle leuchttürme (museum)? war ja alles da, während keiner da war, also hier… in derselben zeit habe ich am polarkreis dem wind gelauscht. und anschließend im mittelmeer den autoschlüssel versenkt. so blöd war übrigens selten. und was so einer kleiner fauxpas an folgen zeitigt, man ahnt es nicht. eine kafkaeske situation. die dokumente betreffend die karosse liegen in ihrem innern, aber welche staatsmacht erteilt ohne diese dokumente eine order zum abschleppen im sinne des eigentümers. hinzu kommen topografische, sprachliche und speziell italienisch-verwaltungsbehördliche hürden. und schließlich: wie können angeblich so viele autos gestohlen werden, wenn der cheffe von der v.a.g.-carrozzeria überfordert mit den schultern zuckt und meint: mit roher gewalt bekäme er so einen 4er-golf  wohl schon auf (und würde den schaden anschließend gerne reparieren), aber noch lange nicht an. wer klaut denn diese ganzen porsche-landmaschinen, welche den indianern jetzt auch noch den namen geklaut haben, nachdem der weiße mann schon ihr ganzes land gemopst hat. diese automopsenden fachkräfte werden händeringend im metallverarbeitenden gewerbe gesucht. autodiebe aller länder vereinigt euch, und in ein, zwei generationen übernehmt ihr gesamtmetall, womit wir beim vererbten liederlichkeits-gen wären, bei herrn sarrazin… och nö.

 

was hatte ich jetzt vergessen? ja so. weshalb der mensch überhaupt gen urlaub fährt, wenn doch nach arbeitswoche drei schon wieder der stiere blick da ist, die bräune verblasst, die geduld verpufft, die erholung beim teifi. aber wegen des abstands nämlich, der sammlung, der entwöhnung von zynismus, einverständnis und kunstgewerbe, kurz: damit er wieder unberechenbar werde und achtsam den menschenverderbern gegenüber…

 

aber ich wollte doch etwas ganz anderes… ja so: die drucksachen der sparte4 haben eine neue optik. und das foyer sowie die stengelstraßenseitige fensterfront auch, jedenfalls dann, wenn wir am samstag wieder aufmachen. das war es, was ich nicht vergessen wollte. die sparte4 macht am wochenende wieder auf. am samstag (11.) kommt jacob faurholt als trio aus kopenhagen zum konzert. lofi/folk/noise/indie von der ebenso luftigen wie kantigen sorte. mehrstimmig und beseelend – ach worte aus dem leben eines werbenden taugenichts. hört selbst www.myspace.com/jacobfaurholt

 

dann ist die eröffnungspremiere am sonntag (12.), und das geht so: wir haben eine großartige chance vertan. wir machen ein stück über ein besonderes kapitel der antarktika-forschung und tun kein wort von schmelze, treibhaus und co2 reden. sträflich verdaddelt wie kürzlich der özil im südlichen afrika, aber da war‘s ja auch kühler als gedacht. „der pol“ ist saukalt, der südpol, den scott im jahre des herrn 1912 unbedingt als erster markieren wollte und dann doch der zweite war. der norweger amundsen ist schon da gewesen. und jetzt schauen wir der englischen mannschaft um scott zu, wie sie den etwas zu langen heimweg antritt. aus dem tagebuch der expedition und aus einem entlegenen einakter von vladimir nabokov wird ein stück über tragik, heldisches verbohrtsein, skorbut, eis, viel eis, mannschaftsspiel, schneestürme und – den tod in seiner kältesten form. dieser abend wird ein liederabend. ein letzte-lieder-abend, ersonnen von dem „fup“-team um diem&ziegler. kohl und pietsch sind wieder dabei, und neu johannes quester. für uneingeweihte: das bedeutet haufenweise mikrofone, gitarren, ein bass, ein blas&tasteninstrument, schlagwerk und mindestens acht lieder aus dem archiv/giftschrank der musikhistorie, vom ensemble selbst und live gespielt. „der pol“ läuft auch am 15. (mi), 18. (sa), 23. (do) und 24. (fr)

 

und in woche2 der spielzeit5 in der sparte4 haben wir außer den polfahrern noch liz green (&band) zu gast. zuerst dachte ich och nö, blues. dann wurde ich stutzig. das hatte ab takt zwei einen sog wie bei goldfinger, als gerd fröbe das flugzeugfenster zerschießt. very entertaining, very make-up, sexy in fact. so eine pinup-patina, aber mit dem wissenden lächeln derer, die singen und spielen können. retropop mit blues und folk. aus england. am donnerstag (16.). und das klingt so: www.myspace.com/lizgreen

 

am sonntag (19.) gibt es endlich wieder einen tatort für alle (mit oder ohne fernseher daheim). eine „bluthochzeit“ erfordert ermittlungen von frau matthes im allgäu und am bodensee.

 

euch allen sei hiermit und ausdrücklich eine ebenso sportive wie eigenwillige 5. spielzeit in der sparte4 gewünscht. das wollte ich auch keinesfalls vergessen.

 

erstaunliche grüße von
diem&team


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samstag, 11.9., 21h    
konzert: jacob faurholt &band (dk), lofi/folk/pop/indie

sonntag, 12.9., 20h
theater (mit musik): „der pol“ von vladimir nabokov *** premiere***

mittwoch, 15.9., 20h
theater (mit musik): „der pol“ von vladimir nabokov

donnerstag, 16.9., 21h
konzert: Liz green & band (uk), retro pop/blues/folk

samstag, 18.9., 20h
theater (mit musik): „der pol“ von vladimir nabokov

sonntag, 19.9., 20.15    
tatort (konstanz): „bluthochzeit“, eintritt frei

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konzert-sparte4

jacob faurholt (dk)

Sa, 11.09.10, 21:00 Uhr

theater

Der Pol

So, 12.09.10, 20:00 Uhr

theater

Der Pol

Mi, 15.09.10, 20:00 Uhr

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