
lesung/autobiografie
lesung/autobiografie
€ 8/4
Die Landeszentrale für politische Bildung veranstaltet zusammen mit der Sparte 4 am 16. November 2009 um 20 Uhr eine Lesung mit dem Schauspieler Winfried Glatzeder, der mit seinem markanten Gesicht als „Belmondo des Ostens“ Berühmtheit erlangte. Der hoch gewachsene Charakterdarsteller, dessen gebrochene Nase zu seinem Markenzeichen avancierte, stellt auch im Rahmen der SchulKinoWoche den DEFA-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ vor, mit dem er in den 70er Jahren den Durchbruch im DDR-Filmbusiness schaffte. Außerdem wurde er als „Tatort“ - Kommissar Roiter in den 90er Jahren bekannt. Winfried Glatzeder, der bis heute auf Bühne und Leinwand präsent ist, hat nun sein bewegtes Leben in der erfolgreichen Autobiographie „Paul und ich“ (Aufbau-Verlag Berlin) niedergeschrieben.
In seiner Autobiographie erzählt Winfried Glatzeder mit bissigem Witz und ironischem Charme von seiner Kindheit in Ostberlin und seinen ersten Schritten auf den DDR-Bühnen. Es dauert nicht lange, bis Glatzeder ins Blickfeld der Stasi gerät – und schließlich auch seine Arbeit beeinträchtigt wird durch die Machenschaften der Hintermänner. Nach der Biermann-Affäre wird die Situation für Künstler in der DDR immer unerträglicher. Glatzeder berichtet mit scharfer Ironie von seiner Rolle im Stasi-Theater, der er 1982 mit der Ausreise in die BRD zu entfliehen versuchte – vergeblich, wie sich im Nachhinein herausstellte. Denn auch in Westberlin ist er vor der Observierung der Stasi nicht sicher.
35 Jahre nach „Paul und Paula“ erzählt Winfried Glatzeder von der künstlerischen Identitätsfindung, von den Schwierigkeiten eines Schauspielerlebens zwischen Ost und West, von Phasen kreativer Erschöpfung – und von dem Gefühl, endlich angekommen zu sein.