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wort, laut
thomas kapielski
02.02.07 21:00

pressestimme

Kapielskis von Bier durchtränkter Kosmos erheitert die sparte4
 
Saarbrücken. Man freute sich in der sparte4 wie Bolle auf das Berliner Multitalent Thomas Kapielski, der vor Jahren auszog, die schmale Enzyklopädie des deutschen Humors zu bereichern. Eine erste Kostprobe davon gab es schon, bevor die Plastiktüte voller Anekdotenwucherungen, Aphorismen und seinem Paradepferd "Sozialmanierismus" ausgepackt war. Mit bierernstem Gesicht erzählte Kapielski von allerlei Irrungen und Wirrungen, die ihn bei dem Versuch, Saarbrücken trotz dichten Nebels zu erreichen, heimsuchten. Der engagierte "Verteidiger des Stammtisches als Ort der freien Rede und per se", hielt sich indes nicht lange an Nebensächlichkeiten, um so schnell wie möglich in seinen Gerstensaft durchtränkten Kosmos einzutauchen. Die einzig dort erlaubten Stilmittel sind Parodie und Komik. Gut, mancher Kalauer wartete durchaus mit einem Bart von München bis Flensburg auf, aber darüber sah man gerne hinweg, da man nur einen Atemzug später ebenso knochentrocken wie erschöpfend über eine chinesische Kampagne gegen explodierende Bierflaschen informiert wurde. Doch wer braucht schon exotische Kulissen, schließlich ist der heimische Tresen immer noch das beste Absurditätenkabinett. Ob eine in der Bierflasche stecken gebliebene Zunge oder die Tücken der Daddelautomaten - nichts ist vor Kapielskis ohne Rücksicht auf den Zeitgeist oder den guten Geschmack formulierten Zoten sicher. Allzu bald ahnte der Zuhörer: Es kann gefährlich sein, dem Meister des radikalen philosophischen Dilettantismus über den Weg zu laufen, denn der kleinste Fehltritt reicht aus, um in seinem nächsten Buch verwurstet zu werden. Ein Abend voller Sprachspiele, Hirnakrobatik und Lachern am laufenden Meter. sad (sz, 5.2.07)

 

thomas kapielski ist ein ganz großer an den rändern. der berliner wirkt als bildender künstler, kunstprofessor, musiker, literarischer blogger, brülltherapeut, gastro-tester seiner unmittelbaren nachbarschaftskneipen. er bringt genialische performer wie den "grindchor, oberkreuzberger nasenflötenorchester" ganz groß raus. und wie nebenbei schreibt er bücher u.a. für den merve-verlag und zweitausendeins: sozialmanierismus (einige poststrukturalismusstudenten in schwerzen rollkragenpullovern schauten mich dereinst etwas merkwürdig an, weil ich von lachtränen geblendet über einem vierhundert seiten starken merveband hing), vorher war schon, nachher kommt noch, und so viele große mehr.

wer den meister der teinehmenden beobachtung gelesen hat, kommt. wer ihn gehört hat, wird ihn lesen wollen. dieser abend könnte sehr sehr komisch werden.

 

 
 
 

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