szenisches treiben
dunkler stern
19.04.07 21:00
Mit "Dark Star" in der Galaxis von Sparte 4
Saarbrücken. Talby war schon sehr lange nicht mehr beim Friseur. Pinback wachsen die Haare über den Rücken. Kein Wunder, denn schon mehr als zwanzig Jahre fliegen sie mit Commander Doolittle durch die Galaxis.
Am 8. Februar kann man um 21 Uhr in der Sparte 4 (Eisenbahnstraße 22) noch einmal mit an Bord der "Dark Star" gehen, sich von Asteroidenstürmen durchschütteln lassen und mit der Besatzung so genannte "Schurkenplaneten" aufspüren. Wie letzte Woche. Regisseur John Carpenter, nach dessen 1974 gedrehtem Science-Fiction-Film die Bühnenfassung von Jochen Bühler entstand, hat sich damals sicher nicht träumen lassen, wie aktuell "Dark Star" im Hinblick auf Wortwahl, Thema und Inhalt einmal sein würde. Zwischen Träumen, Verdruss und Sinnenleere trudelt die Mannschaft in ihrem maroden Raumschiff durch Schleiernebel und Sternenhaufen - ein verlorenes, vergessenes Häuflein. Pinback sehnt sich zurück zur Erde. Doolittle schwärmt vom Wellenreiten. Talby dreht nur noch mechanisch den Zauberwürfel.
Die "Bombe" wird pampig, wenn die Einsätze rar sind und stürzt sich - echt scharf! - vibrierend zu "Need somebody to love" ins desaströse Vergnügen. "Dark Star" ist aber nicht nur eine nachdenklich stimmende Zukunftsvision, an deren Ende die Mannschaft Opfer ihrer eigenen Mission wird. Regisseur Christoph Haninger setzt auch auf improvisierende Elemente und vor allem auf Situationskomik.
Zum Eisblock erstarrt
Besondere Delikatessen sind die Fütterung des kreischenden Hüpfgemüses, das fiktive Gespräch mit dem zum Eisblock erstarrten Ex-Raumschiff-Commander oder eine Diskussion über Phänomenologie mit Bombe 20, die in ihrer Programmierung festhängt wie eine Schallplatte mit Sprung. Ihr Sinn des Lebens ist es schließlich zu explodieren, und wenigstens in diesem Moment erfüllt sich Doolittles Sehnsucht nach Wellenreiten - ins Nichts. kjs (sz 29.1.07)
vier lebendige astronauten und ein verblichener an bord des aufklärungsschiffs "dark star". die aufgabe: trudelnde planeten sprengen.
das kontrollzentrum kommuniziert mit zehnjähriger verspätung. das ganze verdammte raumschiff geht langsam aus dem leim. ein lästiger alien sorgt für schlechte laune. dann kommt es zu einer fehlfunktion, und die bereits scharf programmierte bombe 20 weigert sich, das raumschiff zu verlassen.
ein abend über leuchtende sterne, wellenreiten, intergalaktisches gemüse und phänomenologie